
Rudi Vogel, Inhaber Vogelbräu Karlsruhe, Ettlingen, Durlach
Herr Vogel, wie haben Sie sich auf die Fußball-WM 2026 vorbereitet?
Wir haben viele fußballbegeisterte Gäste, deshalb gehört die WM-Übertragung für uns natürlich dazu. Natürlich ist mit Länderfahnen & Co. dekoriert worden, ein Sonderprogramm ist allerdings nicht geplant. Wir beobachten erst einmal, wie die Resonanz ist.
Der Vorteil bei uns ist, dass wir verschiedene Bereiche haben und sehr flexibel reagieren können. Die Deutschlandspiele werden wir natürlich zeigen. Darüber hinaus wird irgendwo bei uns fast immer ein Spiel laufen. Es gibt aber sicher auch Partien, die nicht für alle Gäste gleich interessant sind. Deshalb entscheiden wir vieles situativ. Wir sind nah an unseren Gästen und lassen uns auch ein Stück weit von ihnen leiten. Wer ein bestimmtes Spiel sehen möchte, kann uns ansprechen. Dann wird auch mal diskutiert, aber am Ende findet man immer eine Lösung.
Erwarten Sie, dass sich die späten Anstoßzeiten negativ auf Ihre Gästezahl auswirken?
Nach mehr als 40 Jahren in Karlsruhe sehe ich vielem gelassen entgegen. Ich glaube nicht, dass das bei uns einen großen Unterschied macht. Wer ein Spiel wirklich in Gesellschaft sehen möchte, kommt auch später noch. Viele Anstoßzeiten liegen bei 22 Uhr. Das ist natürlich später als sonst, aber nicht völlig ungewöhnlich. Champions-League-Spiele beginnen schließlich auch erst um 21 Uhr.
Deshalb sehe ich darin für unseren Biergarten kein grundsätzliches Problem. Entscheidend wird eher sein, welche Mannschaften spielen und wie groß das Interesse an der jeweiligen Partie ist.
Schwankende, schwer vorhersehbare Gästezahlen erfordert eine große Flexibilität. Wie bereiten Sie sich darauf vor?
Wir sind grundsätzlich darauf eingestellt, dass es im Biergarten auch einmal Spitzen gibt. Bei den Getränken ist das für uns kein großes Thema, weil wir als Brauerei entsprechend bevorratet sind. Auch beim Essen planen wir so, dass wir gut reagieren können.
Natürlich macht es einen Unterschied, welche Spiele anstehen. Wenn Deutschland zum Beispiel im Halbfinale steht, decken wir uns entsprechend stärker ein. Spätestens ab dem Achtelfinale fahren wir die Planung hoch.
Wir haben innen rund 150 Plätze und im Biergarten bei Vollbesetzung etwa 200 Plätze. Wenn einmal etwas ausgeht, dann ist das eben so, da darf man auch nicht päpstlicher als der Papst sein. Wir warten die Entwicklung ab und passen uns an. So machen wir das im Grunde immer.
Welche Rolle spielt für Sie die Sperrstunde bei dieser WM?
Die Sperrstunde ist natürlich ein wichtiges Thema, gerade wegen der späten Anstoßzeiten. Grundsätzlich gibt es für Public Viewing bei dieser WM Ausnahmeregelungen. Die konkrete Entscheidung liegt aber bei den Kommunen.
Von der Stadt Ettlingen haben wir bereits die Rückmeldung, dass wir bei Spielen ab 23 Uhr bis eine halbe Stunde nach Spielende draußen bleiben können. Für Karlsruhe warten wir noch auf die endgültige Rückmeldung.
Eine weitere Unwägbarkeit für Outdoor-Veranstaltungen ist immer das Wetter.
Das Wetter können wir natürlich nicht beeinflussen. Wenn es kurzfristig umschlägt, entsteht auch mal Hektik. Darauf sind wir aber grundsätzlich vorbereitet.
Große Teile unseres Biergartens sind mit Markisen ausgestattet, die zuverlässig vor Regen schützen. Diese Infrastruktur stammt noch aus der Corona-Zeit und hilft uns heute sehr. Auch die Fernseher sind entsprechend geschützt. Dadurch können wir bei wechselhaftem Wetter deutlich flexibler reagieren und müssen nicht jedes Spiel sofort nach innen verlegen.
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