
Rekordumsätze und Luxuspreise
104 Spiele, drei Länder, jetzt schon mehr Fans in den Stadien als erwartet: Die Weltmeisterschaft 2026 ist das größte Fußballturnier der Geschichte – und auch in der Gastronomie werden dort derzeit neue Maßstäbe gesetzt. B.PRO liefert die wichtigsten Zahlen und Fakten zum WM-Catering im Überblick
Der deutsche Ingenieur Thomas Schüller schüttelt den Kopf. Gerade steht er am Ausschank, um sich für das Gruppenspiel „Deutschland – Elfenbeinküste“ in Toronto ein Bier zu kaufen. Der Preis: 24,25 kanadische Dollar – umgerechnet rund 17 Euro. „Das kostet bei uns zu Hause dreimal weniger", sagt Schüller. Doch nicht nur preislich spielt die WM 2026 in einer anderen Liga, was Catering und Gastronomie betrifft.
Zwischen 300.000 Hotdogs und „Saffron-infused Tostada“
Das Turnier sprengt bekanntlich klassische WM Dimensionen: Erstmals spielen 48 Teams in 104 Partien an 16 Standorten in drei Ländern um den Titel. Die FIFA rechnete im Vorfeld mit rund 6,5 Millionen Fans in den Stadien, schon nach der Vorrunde lagen die Zuschauerzahlen bei mehr als 4,6 Millionen. So viele Menschen wollen natürlich auch verköstigt werden. Bereits nach den ersten 72 WM Partien meldete der Fußball-Weltverband 2,8 Millionen verkaufte Biere und fast eine Million verkaufte Flaschen Wasser. Zudem gingen 300.000 Hotdogs über die Theken.

Die Auswahl beschränkt sich aber nicht auf diesen Klassiker. So gibt es etwa im „SoFi-Stadium“ von Los Angeles über 100 Food-Konzepte, darunter lokale Spezialitäten, Barbeque oder moderne Streetfood-Konzepte. Zu den Signature Dishes zählt dort der „Twinkie Cheeseburger“ (22 Dollar), im kanadischen Vancouver ist es der „Maple Smokie Dog“ (16,25 Dollar), in Mexiko City die „Saffron-infused Tostada“ (14,50 Dollar).
Milliarden-Umsätze dank Speisen und Getränke
Catering und Gastronomie sind für die Verantwortlichen zentrale Umsatztreiber – auch schon vor der Fußball-Weltmeisterschaft. Allein in US-Stadien werden jedes Jahr 8,5 bis 13 Milliarden Euro umgesetzt, Hospitality-Angebote oder Sponsoring noch nicht dazu gezählt – Speisen- und Getränkeverkauf spielt für die wirtschaftliche Bilanz der Arenen eine Schlüsselrolle. Die Pro-Kopf-Ausgaben liegen damit typischerweise zwei- bis dreimal höher als in Deutschland. Für das aktuelle Turnier werden in den USA touristische Ausgaben von rund 6,4 Milliarden US Dollar erwartet, Schätzungen zufolge dürfte knapp ein Drittel davon auf Speisen und Getränke entfallen.
Fußballerlebnis mit bitterem Beigeschmack

Bier ist und bleibt das beliebteste Getränk beim Fußball-Erlebnis. Beim Blick auf die Preise vergeht aber wohl so manch einem der Durst. In vielen US Stadien liegen sie zur WM teils deutlich über dem gewohnten Niveau: Im „SoFi Stadium“ von LA etwa kostet ein halber Liter zwischen 16 und 17 Dollar – Werte, die sich auch in den teuersten WM Arenen in Kanada wiederfinden. Besonders deutlich wird die Belastung für Fans allerdings in Mexiko-Stadt, wo ein Bier rund 310 Pesos kostet – fast ein ganzer Tageslohn, denn der gesetzliche Mindestlohn liegt dort bei gut 315 Pesos (rund 18 Dollar).
Ähnlich sieht es beim Essen aus. Beim Deutschland Spiel gegen Curaçao in Houston kostete ein Hot Dog knapp neun US Dollar. In anderen Arenen werden für Pommes teils über 17 Euro fällig, und besondere Kreationen wie der „Caviar topped Tater Tots Tray“ aus Miami schlagen mit mehr als 75 Dollar zu Buche.
Eine Fan-freundliche Ausnahme in Atlanta
Eine Ausnahme bildet das „Mercedes Benz Stadium“, das während der WM „Atlanta Stadium“ genannt wird: Dort gilt zur WM weiterhin das sogenannte „Fan First Menu Pricing“ – ausgerichtet auf ein erschwingliches Stadionerlebnis statt auf maximale Erlöse. Ein 0,35 Liter-Bier kostet hier 5 Dollar, ein einfacher Snack wie ein Hot Dog liegt bei 2 Dollar.
Das sind mal Preise, die vielen Fans schmecken dürften.

Quelle: https://www.instagram.com/p/DZcqE-MlngL/?utm_source=ig_embed&ig_rid=A2HmI8ep3tiSe8P8F3N-TVP
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