Verkaufsleiter Kurt Wankat von B.PRO Austria

„In Österreich zählt die persönliche Beziehung“

Das vierköpfige Team von B.PRO Austria begleitet seine Kunden seit vielen Jahren mit einem klaren Verständnis für die Besonderheiten der Gemeinschaftsverpflegung in unserem Nachbarland. Verkaufsleiter Kurt Wankat beschreibt, wie persönliche Nähe, hoher Qualitätsanspruch und wachsende Automatisierung den österreichischen Markt prägen.

Herr Wankat, geben Sie uns bitte einen kurzen Einblick in die österreichische Niederlassung von B.PRO.

Gerne. B.PRO Austria ist seit 1992 im Norden von Wien ansässig, gemeinsam mit dem Team der BLANCO Küchentechnik. Vor 2007 verfügten wir über ein eigenes Lager. Seither werden wir jedoch direkt von den Werken beliefert, was unsere Abläufe deutlich schlanker und effizienter gemacht hat.


Heute besteht das Team von B.PRO Austria aus vier Personen. Neben mir ist noch ein Kollege im Außendienst tätig, zwei Kolleginnen im Vertriebs-Innendienst. Ich selbst verantworte die Büroleitung und betreue vertrieblich insbesondere Ost- und Südösterreich.

Wie gestaltete sich Ihre berufliche Laufbahn?

Ich habe zunächst an der Höheren Technischen Lehranstalt Maschinenbau gelernt. Danach war ich fünf Jahre in der Planung, später im Vertrieb für Fleischerei- und Bäckereianlagen. Bei B.PRO vereine ich seit mittlerweile 31 Jahren den technischen Hintergrund und die Kenntnisse aus der Lebensmittelbranche.

Was zeichnet den Markt für Gemeinschaftsverpflegung in Österreich besonders aus?

Österreich ist im Vergleich zu Deutschland ein überschaubarer Markt. Das ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits gibt es schlicht weniger potenzielle Kunden. Andererseits ist der Kontakt bei bestehenden Geschäftsbeziehungen oft sehr eng. Mit rund 95 Prozent meiner Kunden bin ich per Du, manche begleite ich schon mein halbes Berufsleben. Es geht dann nicht nur um Budgets, Technik oder Ausschreibungen, sondern auch um persönliche Themen. Man fragt nach der Familie, spricht über private Entwicklungen. Diese Ebene gehört in Österreich selbstverständlich dazu. Manchmal fühle ich mich fast ein wenig wie ein Psychologe. (lacht)

Wie würden Sie den typischen österreichischen Kunden noch charakterisieren?

Mit der persönlichen Beziehung gehen auch hohe Erwartungen einher. Unsere Kunden wünschen sich eine schnelle, klare und möglichst maßgeschneiderte Auskunft. Wenn sie ihren Ansprechpartner nicht direkt erreichen, werden sie schnell ungeduldig.


Deshalb ist es uns hier bei B.PRO Austria wichtig, dass nicht nur der Vertrieb, sondern auch der Innendienst eng eingebunden ist. Die Kolleginnen kennen die Projekte im Detail und sind jederzeit auskunftsfähig. So stellen wir sicher, dass unsere Kunden auch dann kompetente Antworten erhalten, wenn ich gerade unterwegs bin. Der Anspruch ist hoch – aber genau das macht die Zusammenarbeit auch spannend.

Welche Unterschiede zwischen dem deutschen und dem österreichischen Markt gibt es noch?

Essen hat in Österreich einen besonders hohen Stellenwert, und der Stolz auf regionale Produkte ist stark ausgeprägt. Entsprechend ist auch das Qualitätsniveau in der Gemeinschaftsverpflegung, vor allem im Spitalsbereich. Das zeigt sich in der Auswahl, in den Portionsgrößen und in der Frische der Produkte. Deutsche Kollegen sind häufig überrascht, wie konsequent hier noch auf Vielfalt und handwerkliche Küche gesetzt wird.


Externes Catering ist hier die Ausnahme. Der Ruf eines Hauses hängt auch von der Verpflegung ab. Wenn Patienten sagen: „Das Essen war gut“, ist das Teil der Gesamtwahrnehmung. Entsprechend sensibel reagiert man auf Veränderungen. Vor einigen Jahren sorgte allein die Schlagzeile, ein deutsches Unternehmen könne Krankenhäuser in Graz mit Tiefkühlspeisen beliefern, für erhebliche Diskussionen. Der Gedanke, Essen in größerem Umfang zuzukaufen, wurde sehr kritisch gesehen.

Welche Rolle spielt der wirtschaftliche Druck?

Der wächst natürlich, wie in anderen Ländern auch. In vielen österreichischen Großküchen stellt sich nun die Frage, was priorisiert werden soll: Regionalität oder Bioqualität. Dabei sind die gesetzlichen Standards im Lebensmittelbereich ohnehin sehr streng, sodass die Qualität auch ohne Biozertifizierung bereits auf hohem Niveau liegt. Die Herausforderung besteht darin, dieses Niveau auch unter wirtschaftlich engeren Rahmenbedingungen zu halten, zumal qualifizierte Köche zunehmend schwer zu finden sind.

Welche Produktbereiche oder Konzepte von B.PRO stoßen aktuell auf besonders großes Interesse – und warum?

Da sind wir tatsächlich wieder beim Essen, und zwar beim Thema Schulverpflegung. Trotz angespannter Haushaltslage investiert die Stadt Wien zum Beispiel seit vielen Jahren konsequent in den Ausbau von Ganztagsschulen. Wien gehörte zu den ersten Städten, die aufgrund dessen flächendeckend ein warmes Mittagessen anboten.


Daraus ergab sich ein hoher Bedarf an unserer modularen Speisenausgabelinie BASIC LINE Kids, die sich etwa durch eine geringere Ausgabehöhe und abgerundete Kanten am Hustenschutz auszeichnet. Auf besonderen Wunsch des zuständigen Wiener Magistrats haben wir auch das Quermodul der BASIC LINE Kids entwickelt. Es ermöglicht eine beidseitige, effiziente Nutzung der Speisenausgabe und ist zudem inklusiv konzipiert, sodass Kinder unterschiedlicher Altersgruppen und auch Rollstuhlfahrende gleichberechtigt teilnehmen können.

Welchen Stellenwert haben die Themen Automatisierung und Digitalisierung in Österreich?

Einen sehr hohen. Die Anfragen häufen sich gerade. Momentan automatisieren wir zum Beispiel die Speisenverteilung an zwei Förderbändern im Universitätsklinikum St. Pölten. Nicht nur werden Tabletts, Menüteller und das gewickelte Besteck zukünftig automatisch aufgesetzt. Dank Smart Tray ID werden die wasserlöslichen Etiketten mit den Menü-Informationen direkt aufs Tablett gedruckt und von den Mitarbeitenden am Band per Monitor abgelesen, um die Bestückung zu vereinfachen.


In Wels arbeiten wir an einem Projekt, das es ermöglicht, Tabletts aus dem Transportwagen automatisch aus- und Teller in die Spülmaschine einzuräumen. Dies gleicht auch den eklatanten Personalmangel aus, den wir in den Spitälern spätestens seit Corona spüren.

Sie sind jetzt 58 Jahre alt. Ist der Hunger noch da?

Absolut. Für mich ist die Zufriedenheit der Kunden nach wie vor die größte Motivation. Es begeistert mich, gemeinsam mit ihnen am 3D-Konfigurator eine Speisenausgabe oder -verteilung zu planen und Schritt für Schritt zu sehen, wie aus einer Idee ein konkretes Konzept entsteht. Besonders schön ist der Moment, wenn das Ergebnis genau den Vorstellungen entspricht – oder sie sogar übertrifft.


Als gelernter Maschinenbauer freut es mich zudem besonders, das Thema Automation mit vorantreiben zu können – ich mag den technischen Aspekt des Ganzen. Ich bin überzeugt, dass hier eine große Chance für B.PRO liegt. Anbieter im Bereich Automation gibt es zwar viele. Unser Vorteil ist jedoch, dass wir diese Expertise mit fundiertem Wissen über die Abläufe in der Gemeinschaftsverpflegung verbinden – ergänzt durch eine persönliche, beratungsintensive Begleitung. Genau diese Kombination macht den Unterschied.

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